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June 13, 2014  •  Kommentar schreiben

Ich bin um 5 Uhr morgens los, weil der Pfingstmontag 36 Grad heiss werden sollte. Es war toll, morgens 20 Grad und die Sonne ging langsam auf. Also den Rucksack (10kg) aufgeschnallt und aufs Rad. Es war zunächst etwas ungewohnt mit Rucksack zu fahren, aber ich kam gut voran. Schnell war ich in Karlsruhe und gegen 9 Uhr schon in Rastatt. Dort versorgte ich mich an einer Tankstelle mit Getränken und Schokoriegeln. Ich war zuversichtlich, mein Ziel, Breisach bis zum späten Nachmittag zu erreichen.

Doch gegen 10 Uhr kam die Hitze. Die Temperaturen stiegen über die 30 Grad und ich wurde immer langsamer. Um 11 Uhr beschloss ich  Rast zu machen und die Mittagshitze auszusitzen. Ich fand ein Gartenlokal in Stollhofen bei Rheinmünster. Ich bestellte 2 Cola Weizen und ein Schinken-Käse-Baguette und sah auf mein GPS. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich laut GPS schon 105 km zurück gelegt. Wenn ich aber auf der Tourbeschreibung nachrechnete, dann waren es knapp 90km. Und bis Breisach waren es laut Google noch 100km! Da kamen mir erste Zweifel, ob ich es wirklich soweit schaffen würde. So beschloss ich schon um 12 Uhr weiter zu fahren.

Aber mittlerweile hatte es über 36 Grad und es war mörderisch in der Sonne. Ich kam aber wider Erwarten ganz gut voran Richtung Kehl. Ich hatte in der Gaststätte zwar gut getrunken, aber meine Trinkflasche nicht aufgefüllt, dies stellte sich jetzt als Fehler heraus. Die Strecke führte schön am Rhein entlang, aber Tankstellen Fehlanzeige. Die nächsten 40 Kilometer nur heißer Asphalt ohne Schatten. Ich schlug mich zwar zwischendurch mal unter die Bäume, aber ich trocknete immer mehr aus. Schließlich schaffte ich es bis nach Kehl und stürmte die nächste Tanke. 3 Flaschen Active O2 und eine Tüte Cola Kracher waren meine Beute. Damit zog ich mich auf eine schattige Parkbank zurück. Leider war es mittlerweile schon 15 Uhr und Breisach noch immer über 60 Kilometer entfernt.

Langsam dämmerte es mir, dass ich es wohl heute nicht schaffen werde. Aber vielleicht mein alternatives Ziel Lahr im Schwarzwald. Aber mein Flüssigkeitsbedarf war immer noch im Minus und ich kam immer schlechter voran. Immer häufiger musste ich Pausen einlegen und trinken. Und gleichzeitig wurde ich immer langsamer. Und nach jeder Pause hatte ich auf dem Rad mit Adduktorenkrämpfen zu tun. Es dauerte immer einige Minuten bis sie nachliesen, aber sie wurden immer schlimmer. Es war eine Qual. Irgendwann tauchte ein Schild auf: Lahr 20 Kilometer. Das gab neue Motivation. Mittlerweile war es 17 Uhr und immer noch gefühlte 40 Grad. Irgendwie erreichte ich das Industriegebiet von Lahr. Dort stellte ich mich in den Schatten einer Halle und war mir nicht sicher, ob ich es nochmal aufs Rad schaffe. Aber es half alles nichts. Ich brauchte ein Hotel. Also wieder aufs Rad und bergauf in die Innenstadt. Gottseidank fand ich auch gleich ein schönes Hotel und ein Zimmer. Nachdem ich meine Sachen gewaschen hatte, mich selbst geduscht und ein Weizen vernichtet hatte, lag ich um 19 Uhr im Bett und schlief wie ein Toter bis 21 Uhr. Ich schaffte es, mich aufzuraffen und in ein Restaurant zu gehen. Dort gab es ein Schnitzel und 3 Cola - Weizen. Dann ging es mir besser. Zurück im Hotel mußte ich das erste Mal seit 5 Uhr morgens pinkeln, obwohl ich an diesem Tag insgesamt über 7 Liter getrunken hatte!

 

 


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